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Reise-Panorama
Weißer Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug der Baureihe N700 an einem überdachten Bahnsteig, im Hintergrund wartende Reisende
Foto: kazokuda / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Fernreisen

Japan-Reise Kosten: Was kosten zwei Wochen wirklich?

Ramen für 620 Yen, Shinkansen nach Kyoto für 14.170 Yen, Ausreisesteuer 3.000 Yen: Die Japan-Reise kostet weniger als ihr Ruf. Eine Rechnung mit amtlichen Preisen und drei Budgetstufen.

Von Redaktion 9 Min. Lesezeit Aktualisiert am

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Eine Japan-Reise kostet für zwei Wochen pro Person vor Ort etwa 850 bis 1.950 Euro, je nach Unterkunft und Essen. Dazu kommt der Flug, ab Deutschland meist zwischen 800 und 1.400 Euro hin und zurück in der Economy Class.

Gerechnet ist mit dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 22. Oktober 2026: 1 Euro entsprach 175,97 Yen. Alle Euro-Beträge unten beruhen auf gerundeten 176 Yen. Fällt der Yen um zehn Prozent, wird die Reise vor Ort um etwa zehn Prozent billiger, steigt er, wird sie teurer. Am Flugpreis ändert der Kurs wenig, weil Tickets ab Deutschland in Euro bezahlt werden.

Drei Budgets für 14 Tage im Vergleich

Die folgende Rechnung gilt für eine Person, die mit einer zweiten Person ein Zimmer teilt. Die Route: fünf Nächte Tokio, acht Nächte Kyoto mit Tagesausflügen nach Osaka und Nara, Hin- und Rückfahrt im Shinkansen. Die Preise für Essen, Nahverkehr und Eintritte stammen aus dem amtlichen Kleinhandelspreis-Survey des japanischen Statistikamts für Tokios 23 Bezirke, Stand August 2026, bei den Eintritten September 2026.

Posten (14 Tage, 13 Nächte)SparsamMittelKomfort
Unterkunft pro Person58.500 ¥97.500 ¥195.000 ¥
Übernachtungssteuern1.600 ¥3.200 ¥4.200 ¥
Essen und Getränke35.000 ¥49.000 ¥77.000 ¥
Shinkansen und Nahverkehr42.900 ¥42.900 ¥42.900 ¥
Eintritte7.530 ¥12.550 ¥18.825 ¥
Ausreisesteuer3.000 ¥3.000 ¥3.000 ¥
Summe vor Ort148.530 ¥208.150 ¥340.925 ¥
Summe in Euro844 €1.183 €1.937 €

Die Annahmen dahinter: Sparsam heißt Bett im Schlafsaal oder Kapselhotel für 4.500 Yen pro Nacht und 2.500 Yen am Tag für Essen. Mittel heißt Doppelzimmer im Businesshotel für 15.000 Yen, geteilt durch zwei, und 3.500 Yen Essensbudget. Komfort heißt Doppelzimmer für 30.000 Yen und 5.500 Yen für Essen. Für Eintritte sind 6, 10 oder 15 Besuche zu je 1.255 Yen angesetzt, dem Durchschnittspreis für Kultureinrichtungen in Tokio im September 2026 (im August lag er bei 1.315 Yen). Viele Schreine und Tempelanlagen kosten gar nichts, große Burgen und Museen mehr.

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Ein Wort zu den Hotelpreisen: Dafür gibt es keine amtliche Preisstatistik. Die Beträge sind Richtwerte für Großstädte außerhalb der Spitzenzeiten. In der Kirschblüte Ende März bis Anfang April und im Herbstlaub im November liegen Zimmer in Kyoto oft deutlich höher, wer dann reist, plant beim Komfort-Budget besser zusätzlich 20 bis 30 Prozent ein.

Flug: der größte Einzelposten

Direktflüge nach Tokio gehen ab Frankfurt und München, mit Umstieg geht es ab fast jedem deutschen Flughafen. In der Economy Class zahlen Reisende hin und zurück meist zwischen 800 und 1.400 Euro. Günstig sind Termine im Januar, Februar und Juni, teuer wird es zu Ostern, in den Sommerferien und über den Jahreswechsel. Diese Spanne ist ein Erfahrungswert und kann bei Aktionen deutlich unterschritten werden.

Ein Gabelflug spart Zeit: Ankunft in Tokio, Rückflug ab Osaka-Kansai. Dann fällt eine Shinkansen-Fahrt weg, und der Flug kostet oft kaum mehr als ein normales Hin- und Rückticket.

Unterkunft und Übernachtungssteuer

Bei der Unterkunft gehen die Budgets am weitesten auseinander. Ein Schlafsaalbett in Tokio oder Kyoto gibt es oft für 3.000 bis 6.000 Yen, ein Doppelzimmer im Businesshotel für 10.000 bis 20.000 Yen. Ein Ryokan mit Abendessen und Frühstück beginnt selten unter 20.000 Yen pro Person. Businesshotels haben kleine Zimmer, aber fast immer eigenes Bad, und liegen meist nah am Bahnhof.

Dazu kommen kommunale Übernachtungssteuern, berechnet pro Person und Nacht. Wie hoch, hängt vom Zimmerpreis pro Person ab.

StadtPreis pro Person und NachtSteuer pro Nacht
Kyoto (seit 1.3.2026)unter 6.000 ¥200 ¥
Kyoto6.000 bis 19.999 ¥400 ¥
Kyoto20.000 bis 49.999 ¥1.000 ¥
Kyoto50.000 bis 99.999 ¥4.000 ¥
Kyotoab 100.000 ¥10.000 ¥
Osaka (Präfektur, seit 1.9.2025)5.000 bis 14.999 ¥200 ¥
Osaka15.000 bis 19.999 ¥400 ¥
Osakaab 20.000 ¥500 ¥
Tokio (bis 31.3.2027)10.000 bis 14.999 ¥100 ¥
Tokioab 15.000 ¥200 ¥

Die Werte für Kyoto stammen von der Stadt Kyoto, die für Osaka von der Präfekturverwaltung, die für Tokio vom Steueramt der Präfektur Tokio. In Tokio steigt die Steuer: Ab dem 1. April 2027 gilt ein Satz von 3 Prozent des Zimmerpreises, Übernachtungen unter 13.000 Yen pro Person bleiben steuerfrei. Das japanische Innenministerium hat der Änderung am 30. Juni 2026 zugestimmt. Ein Zimmer für 30.000 Yen, geteilt durch zwei, kostet dann 450 Yen Steuer pro Person und Nacht statt bisher 200 Yen.

Bahn: Einzeltickets oder Japan Rail Pass?

Der Shinkansen ist schnell und pünktlich, aber nicht billig. Die Fahrt von Tokio nach Kyoto im Nozomi kostet mit reserviertem Sitzplatz in der Normalsaison 14.170 Yen, also rund 81 Euro. Der Central Japan Railway Company zufolge kommen in der Hauptsaison 200 Yen und in der Spitzenzeit 400 Yen auf den Zuschlag für reservierte Plätze, in der Nebensaison sind es 200 Yen weniger. Für Tickets, die ab dem 1. Juli 2027 gekauft werden, erhöht JR Central den Zuschlag für reservierte Plätze in Nozomi und Mizuho: Tokio–Kyoto kostet dann 14.870 Yen.

Der Japan Rail Pass kostet laut JR-Gruppe beim Online-Kauf 50.000 Yen für 7 Tage, 80.000 Yen für 14 Tage und 100.000 Yen für 21 Tage, jeweils in der normalen Wagenklasse. Über Reisebüros im Ausland ist er etwas teurer: 53.000, 84.000 und 105.000 Yen. Die schnellsten Züge Nozomi und Mizuho sind nicht enthalten. Wer sie nutzen will, braucht für jede Fahrt ein Zusatzticket, zwischen Tokio und Kyoto kostet es 4.960 Yen.

Ein Rechenbeispiel für die Route aus der Tabelle: Tokio nach Kyoto und zurück kostet mit Einzeltickets 2 × 14.170 = 28.340 Yen. Der 7-Tage-Pass kostet 50.000 Yen. Er lohnt sich erst, wenn innerhalb von sieben Tagen JR-Fahrten für mehr als 50.000 Yen anfallen. Das sind mehr als dreieinhalb Fahrten Tokio–Kyoto. Für die klassische Route Tokio, Kyoto, Osaka bringt der landesweite Pass also keinen Vorteil. Interessant bleibt er bei Rundreisen mit vielen langen Strecken, etwa bis Hiroshima, Kanazawa oder in den Norden. Für einzelne Regionen bieten die JR-Gesellschaften günstigere Regionalpässe an.

Im Nahverkehr kostet eine Fahrt über 11 Kilometer mit privaten Bahnen und U-Bahnen in Tokio im Schnitt 260 Yen, eine Busfahrt 230 Yen. Bei vier Fahrten am Tag kommen in zwei Wochen rund 14.500 Yen zusammen. Taxis sind teurer: 4 Kilometer kosten in Tokio im Durchschnitt 1.800 Yen.

Essen: Was eine Mahlzeit in Tokio kostet

Essen ist in Japan für Reisende aus Deutschland günstig, solange es nicht ins Edelrestaurant geht. Das Statistikamt erhebt jeden Monat Durchschnittspreise in Tokios 23 Bezirken. Die Werte vom August 2026:

Gericht oder GetränkPreis in YenPreis in Euro
Onigiri (Reisbällchen, Supermarkt)188 ¥1,07 €
Kaffee in der Selbstbedienung312 ¥1,77 €
Rindfleischschüssel (Gyūdon)489 ¥2,78 €
Ramen (Chūka Soba)620 ¥3,52 €
Bentō (Makunouchi, Fertigbox)639 ¥3,63 €
Kaffee im Café (Kissaten)637 ¥3,62 €
Bier im Lokal (500 ml)658 ¥3,74 €
Udon im Lokal818 ¥4,65 €
Curryreis im Lokal930 ¥5,28 €
Tonkatsu-Menü (Schnitzel mit Reis, Suppe)1.511 ¥8,59 €
Sushi (Nigiri, eine Portion)1.876 ¥10,66 €

Ein Tag mit zwei Onigiri und Kaffee zum Frühstück, Ramen am Mittag und einem Tonkatsu-Menü mit Bier am Abend kostet so 688 + 620 + 1.511 + 658 = 3.477 Yen, knapp 20 Euro. Das ist der Wert, der im mittleren Budget steckt. An Bahnhöfen in Touristenvierteln und in Kyotos Altstadt liegen die Preise oft über dem Tokioter Durchschnitt. Ein Teller beim Förderband-Sushi kostet im Schnitt 241 Yen, satt wird man dort mit acht bis zehn Tellern.

Trinkgeld ist in Japan nicht üblich. Leitungswasser und grüner Tee sind in den meisten Restaurants kostenlos.

Steuern und Gebühren, die oft vergessen werden

Seit dem 1. Juli 2026 beträgt die Ausreisesteuer (International Tourist Tax) laut japanischer Tourismusbehörde 3.000 Yen pro Ausreise, vorher waren es 1.000 Yen. In der Regel ziehen Fluggesellschaften sie mit dem Ticketpreis ein. Für Tickets, die bis zum 30. Juni 2026 ausgestellt wurden, gilt noch der alte Satz. Kinder unter zwei Jahren sind befreit.

Für Shopping hat sich die Regel geändert. Für Einkäufe ab dem 1. November 2026 zahlen Reisende in Steuerfrei-Geschäften zunächst den vollen Preis mit 10 Prozent Verbrauchssteuer. Erstattet wird die Steuer erst, wenn der Zoll bei der Ausreise bestätigt hat, dass die Waren das Land verlassen. Das muss innerhalb von 90 Tagen nach dem Kauf passieren, vor der Gepäckaufgabe an einem Terminal im Abflugbereich. Die gekauften Waren müssen dabei im Handgepäck griffbereit sein. Begünstigt sind Einkäufe ab 5.000 Yen ohne Steuer pro Geschäft und Tag. Wer das Steuerfrei-Verfahren nutzen will, plant am Flughafen mehr Zeit ein.

Ein Visum brauchen Deutsche für Urlaubsreisen bis 90 Tage nach Angaben des Auswärtigen Amts nicht. Das Amt rät dringend zu einer Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport. Arztbesuche und Klinikaufenthalte müssen in Japan oft vor Ort bezahlt werden, und die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt Behandlungen in Japan in der Regel nicht.

Checkliste: So lässt sich das Budget planen

  1. Reisezeit festlegen: Kirschblüte, Golden Week Ende April bis Anfang Mai, Obon Mitte August und Herbstlaub sind am teuersten.
  2. Flug zuerst buchen, Gabelflug Tokio–Osaka prüfen.
  3. Route aufschreiben und Shinkansen-Fahrten addieren. Liegt die Summe innerhalb von sieben Tagen unter 50.000 Yen, sind Einzeltickets günstiger als der JR-Pass.
  4. Unterkunft mit Preis pro Person vergleichen und die Übernachtungssteuer der Stadt dazurechnen.
  5. Essensbudget pro Tag festlegen: 2.500 Yen sparsam, 3.500 Yen mittel, ab 5.500 Yen komfortabel.
  6. Kreditkarte mit niedrigen Auslandsgebühren mitnehmen und etwas Bargeld in Yen einplanen, kleine Lokale und Tempel nehmen nicht immer Karte.
  7. Reserve von 10 Prozent für Wechselkurs, Souvenirs und Gepäckversand einrechnen.

Häufige Fragen

Wie viel Geld braucht man für 10 Tage Japan?

Mit den Annahmen des mittleren Budgets kommen für zehn Tage vor Ort knapp 900 Euro pro Person zusammen, ohne Flug. Weil die beiden Shinkansen-Fahrten gleich bleiben, ist eine kürzere Reise pro Tag etwas teurer.

Was kosten zwei Wochen Japan für zwei Personen?

Im mittleren Budget etwa 2.370 Euro vor Ort für beide zusammen, dazu zwei Flüge. Mit Flügen für je 1.000 Euro sind es rund 4.400 Euro.

Ist Japan für Deutsche teuer?

Beim aktuellen Kurs von rund 176 Yen pro Euro ist Essen in Japan günstiger als in deutschen Großstädten. Teuer sind Flug, Hotels in der Hochsaison und lange Bahnfahrten.

Wann ist Japan am billigsten?

Januar und Februar außerhalb des Neujahrs sowie Juni sind meist am günstigsten. Im Juni ist Regenzeit, im Januar und Februar ist es in Tokio und Kyoto kalt.

Fazit

Für zwei Wochen Japan sollten Reisende mit 1.200 Euro pro Person vor Ort plus Flug rechnen, wenn sie im Businesshotel wohnen und in einfachen Lokalen essen. Wer sparen will, spart zuerst bei Unterkunft und Reisezeit, nicht beim Essen. Den JR-Pass sollte man nur kaufen, wenn die eigene Route nachgerechnet mehr als 50.000 Yen an JR-Fahrten pro Woche ergibt. Und wer ab November 2026 einkauft, braucht am Abflugtag mehr Zeit für das neue Steuerfrei-Verfahren.

Quellen

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