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Reise-Panorama
Kratersee mit hellen Sandufern zwischen grün bewachsenen Bergrücken auf den Azoren, darüber dichte Wolken und ein Stück blauer Himmel
Foto: johanweggeman / Pixabay, Pixabay-Inhaltslizenz

Europa & Inseln

Azoren beste Reisezeit: Welcher Monat passt wofür?

Auf den Azoren wird es nie richtig heiß und nie richtig kalt. Der Unterschied zwischen den Monaten liegt im Regen. Die amtlichen Klimawerte zeigen, wann Wanderer, Badegäste und Walbeobachter am besten fahren und warum Flores anders tickt als São Miguel.

Von Redaktion 8 Min. Lesezeit

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Die beste Reisezeit für die Azoren liegt zwischen Juni und September. Dann erreicht Ponta Delgada laut den amtlichen Klimanormalwerten 1991–2020 des portugiesischen Wetterdienstes IPMA im Mittel 22 bis 26 °C am Tag, und es regnet an 5 bis 9 Tagen im Monat statt an 11 bis 15 wie im Winter.

Ganz verkehrt ist kein Monat. Der kälteste Monat, der Februar, kommt in Ponta Delgada noch auf 17,4 °C Tageshöchstwert, der wärmste, der August, auf 26,0 °C. Die Spanne ist also klein. Wer die Reise plant, sollte deshalb weniger auf die Temperatur schauen als auf Regen, Wind und das, was auf der Insel unternommen werden soll.

Sicherheitshinweis: Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass sich über den Azoren von Mai bis November Tropenstürme bilden können und im Herbst und Winter Stürme, Starkregen und schnelle Wetterwechsel vorkommen. Die Inseln liegen außerdem in einer seismisch aktiven Zone (Stand 22.10.2026). Vor Wanderungen und Bootstouren den Wetterbericht des IPMA prüfen, Sperrungen beachten, Notruf 112.

Azoren-Wetter nach Monaten: die Klimatabelle

Die Tabelle zeigt die Mittelwerte der Messstation Ponta Delgada auf São Miguel, wo die meisten Reisenden landen. Zum Vergleich steht daneben die Regenmenge von Flores, der westlichsten Insel. Alle Werte stammen aus den Klimanormalwerten 1991–2020 des IPMA. Ein Regentag zählt ab 1 mm Niederschlag, das kann auch ein kurzer Schauer am Nachmittag sein.

MonatHöchstwert Ponta DelgadaTiefstwert Ponta DelgadaRegen Ponta DelgadaRegentage Ponta DelgadaRegen Flores
Januar17,5 °C12,7 °C102 mm13 Tage192 mm
Februar17,4 °C12,1 °C87 mm11 Tage159 mm
März17,9 °C12,6 °C97 mm12 Tage166 mm
April18,8 °C13,3 °C80 mm10 Tage114 mm
Mai20,2 °C14,6 °C61 mm9 Tage105 mm
Juni22,4 °C16,8 °C44 mm7 Tage95 mm
Juli24,7 °C18,9 °C26 mm5 Tage65 mm
August26,0 °C19,9 °C46 mm7 Tage81 mm
September25,0 °C19,1 °C78 mm9 Tage116 mm
Oktober22,6 °C17,1 °C118 mm14 Tage178 mm
November19,9 °C14,9 °C95 mm12 Tage154 mm
Dezember18,3 °C13,4 °C153 mm15 Tage218 mm

Auffällig ist der Oktober. Viele Reiseseiten zählen ihn zur besten Reisezeit, dabei fallen in Ponta Delgada im Schnitt 118 mm Regen an knapp 14 Tagen. Das ist mehr als im Januar und gut viermal so viel wie im Juli. Warm ist der Oktober trotzdem noch: 22,6 °C am Tag.

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Was die Regentage im Urlaub bedeuten: ein Rechenbeispiel

Aus den Regentagen pro Monat lässt sich grob abschätzen, wie viele nasse Tage ein Urlaub bringt. Rechenweg: Regentage des Monats geteilt durch die Tage im Monat, mal Urlaubslänge.

  • 10 Tage im Juli, São Miguel: 4,8 ÷ 31 × 10 = rund 1,5 Regentage
  • 10 Tage im Mai, São Miguel: 8,7 ÷ 31 × 10 = rund 2,8 Regentage
  • 10 Tage im Oktober, São Miguel: 13,7 ÷ 31 × 10 = rund 4,4 Regentage
  • 10 Tage im Oktober, Flores: 16,1 ÷ 31 × 10 = rund 5,2 Regentage

Das sind langjährige Mittelwerte, kein Versprechen für ein bestimmtes Jahr. Für die Planung reicht die Größenordnung: Im Hochsommer muss man mit ein bis zwei Schauertagen rechnen, im Oktober mit fast jedem zweiten Tag. Die Werte gelten außerdem für die Küste. In den Bergen und an den Kraterseen hängen oft Wolken, wenn unten am Hafen die Sonne scheint.

Welche Reisezeit passt zu welchem Urlaub?

Wandern: Mai, Juni und September

Zum Wandern sind die Monate am Rand des Sommers am angenehmsten. Im Mai und Juni liegen die Höchstwerte bei 20 bis 22 °C, und die Regenmenge ist schon deutlich gesunken. Der September ist mit 25 °C noch warm, an gut 16 Tagen wird es in Ponta Delgada laut IPMA wärmer als 25 °C. Im Juli und August ist das an 15 bzw. 24 Tagen der Fall, für lange Aufstiege in der Sonne ist das schon schweißtreibend.

Ein Sonderfall ist der Pico, mit rund 2.350 Metern der höchste Berg Portugals. Die Wetterwerte von der Küste sagen über den Gipfel wenig aus. Der Aufstieg beginnt nach Angaben von Visit Azores, dem offiziellen Tourismusportal der Region, auf etwa 1.250 Metern. Oben ist es deutlich kälter und windiger als im Hafen von Madalena, und Wolken ziehen schnell auf. Wer den Gipfel plant, sollte mehrere Tage auf der Insel einrechnen, um einen klaren Tag abwarten zu können.

Baden: Juli bis September

Zum Baden taugen vor allem Juli, August und September. Dann sind auch die Nächte mild, mit Tiefstwerten um 19 bis 20 °C. Sandstrände sind auf den Vulkaninseln eher selten, viel gebadet wird in Naturbecken aus Lavagestein. Das Auswärtige Amt warnt für die portugiesische Atlantikküste vor zum Teil lebensgefährlichen Strömungen, Badeverbote und Flaggen sind deshalb ernst zu nehmen.

Wale und Delfine: ganzjährig, mit Schwerpunkten

Walbeobachtung ist auf den Azoren das ganze Jahr möglich. Visit Azores nennt mehr als 20 Walarten und Delfinarten in den Gewässern des Archipels und eine Sichtungsquote von 98 Prozent der Ausfahrten, unabhängig von der Jahreszeit. Unterschiede gibt es trotzdem: Blauwale ziehen vor allem am Ende des Winters vorbei, Pottwale, Seiwale und Fleckendelfine sind im Sommer häufiger. Gemeine Delfine und Große Tümmler leben das ganze Jahr hier.

Eine Ausfahrt dauert etwa drei Stunden. Das Tourismusportal empfiehlt ein Mindestalter von fünf Jahren, weil auch ruhige See für kleine Kinder anstrengend sein kann. Im Winter fallen Touren wegen Seegangs öfter aus. Dann bleiben die Walfangmuseen auf Pico und Faial und die alten Ausgucke („vigias“) an der Küste.

Vögel beobachten: Flores und Corvo

Ornithologen fahren aus einem anderen Grund: Laut Visit Azores brüten auf den Inseln rund 30 Arten, dazu kommen fast 400 Gastvogelarten, die schon beobachtet wurden, darunter viele Irrgäste, die das Wetter auf dem Zug vom Kurs abbringt. Auf Flores und Corvo werden amerikanische Singvögel beobachtet, auf São Miguel lebt der Azorengimpel, einer der seltensten Vögel Europas.

Insel für Insel: wo es wärmer und wo es nasser ist

Die neun Inseln verteilen sich nach Angaben von Visit Azores auf rund 600 Kilometer Atlantik, von Santa Maria im Osten bis Corvo im Westen und bilden drei Gruppen: Ostgruppe mit São Miguel und Santa Maria, Zentralgruppe mit Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico und Faial, Westgruppe mit Flores und Corvo. Bei den Temperaturen unterscheiden sich die Inseln kaum, beim Regen sehr.

StationJahresmittelHöchstwert AugustRegen pro JahrRegentage pro Jahr
Ponta Delgada (São Miguel)18,2 °C26,0 °C988 mm122 Tage
Angra do Heroísmo (Terceira)17,6 °C25,5 °C1.032 mm120 Tage
Flores18,0 °C26,0 °C1.641 mm163 Tage

Flores bekommt laut IPMA rund zwei Drittel mehr Regen als Ponta Delgada. Dafür ist die Insel grün, voller Wasserfälle und Hortensienhecken, die Visit Azores als typisch für Flores beschreibt. Wer auf Flores will, plant sie am besten in den Juli oder August, wenn auch dort nur 65 bis 81 mm fallen. Terceira ist im Mittel etwas kühler als São Miguel, beim Regen liegen beide nah beieinander.

Anreise und Inselhopping nach Jahreszeit

Nach Visit Azores fliegen neun Fluggesellschaften die Azoren an, sieben davon direkt. Von Lissabon und Porto dauert der Flug rund zwei Stunden. Zwischen den Inseln geht es per Regionalflug oder Fähre. Die Fährgesellschaft Atlânticoline listet Häfen auf Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico, Faial, Flores und Corvo, aber keinen auf São Miguel oder Santa Maria (Stand 10/2026). Wer von São Miguel weiter in die Zentralgruppe will, muss also fliegen.

Für Inselhopping ist der Sommer die ruhigere Zeit. Im Herbst und Winter steigt nach dem Auswärtigen Amt das Risiko von Stürmen, und Bootsverbindungen und Walbeobachtungsfahrten fallen bei hohem Seegang aus. Ein Puffertag vor dem Rückflug ist dann sinnvoll.

Checkliste für die Reiseplanung

  1. Ziel klären: Baden und wenig Regen heißt Juli bis September, Wandern ohne Hitze eher Mai, Juni oder September.
  2. Insel wählen: Für Flores und Corvo möglichst Hochsommer, São Miguel und Terceira gehen auch im Frühjahr.
  3. Regentage einrechnen: Pro Woche im Sommer ein Schlechtwettertag, im Oktober etwa drei.
  4. Regenjacke und Schichten einpacken, auch im August. Die mittleren Tiefstwerte liegen von Juli bis September an der Küste bei 19 bis 20 °C, in den Bergen ist es kühler.
  5. Fährverbindungen prüfen: São Miguel hat keine Atlânticoline-Linie, dorthin geht es nur per Flugzeug.
  6. Für Pico-Aufstieg und Walbeobachtung zwei bis drei flexible Tage lassen.
  7. Vor Ort Wetterwarnungen des IPMA verfolgen, vor allem von Mai bis November.

Häufige Fragen zur Azoren-Reisezeit

Wann sind die Azoren am schönsten?

Für die meisten Urlauber im Juni, Juli und September: warm und vergleichsweise trocken, im Juli mit nur rund 5 Regentagen in Ponta Delgada. Wer das sattgrüne Bild mit Wasserfällen sucht, findet es auch im Frühjahr, muss dann aber mehr Regen einplanen.

Welche Insel der Azoren ist die wärmste?

Die Unterschiede sind klein. Unter den drei IPMA-Stationen hat Ponta Delgada auf São Miguel mit 18,2 °C das höchste Jahresmittel, knapp vor Flores mit 18,0 °C. Terceira liegt mit 17,6 °C etwas darunter.

Wo ist es wärmer, auf Madeira oder auf den Azoren?

Auf Madeira. Funchal hat laut IPMA ein Jahresmittel von 20,0 °C und im Januar 20,0 °C Tageshöchstwert, Ponta Delgada nur 17,5 °C. Funchal ist außerdem trockener: 574 mm Regen im Jahr gegenüber 988 mm in Ponta Delgada.

Wie ist das Wetter auf den Azoren im März?

Mild und wechselhaft. Ponta Delgada kommt im März auf 17,9 °C am Tag und 12,6 °C in der Nacht, bei 97 mm Regen an knapp 12 Tagen. Für Blauwale ist das eine gute Zeit, für Strandurlaub nicht.

Wie lange fliegt man auf die Azoren?

Ab Lissabon oder Porto rund zwei Stunden. Von Deutschland aus kommt bei Umsteigeverbindungen der Flug nach Portugal dazu.

Fazit

Wer Sonne, Badewetter und wenig Regen will, fährt von Juni bis September auf die Azoren, am sichersten im Juli. Wanderer sind im Mai, Juni und September gut aufgehoben. Der Oktober ist warm, aber regnerisch. Für Flores lohnt sich nur der Hochsommer, für Blauwale dagegen das Ende des Winters. Ein Regenschutz gehört in jedem Monat ins Gepäck.

Quellen

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